Windjammers – Videosammlungen

Pommern unter vollen Segeln

Windjammer waren die letzten wirklich großen Frachtensegler – gebaut, um schwere Ladung über die Weltmeere zu transportieren, als sich Segel noch lohnen konnten. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die „Vetetrade“ zwischen Australien und Europa zu einer der bekanntesten Routen, und die informelle „Great Grain Race“ machte die Reisen zu einer Frage des Prestiges.



Windjammer – die letzten großen Frachtensegler

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die letzten wirklich großen Frachtensegler – oft Windjammer genannt – noch ein wichtiger Teil des Welthandels. Viele waren beeindruckende Schiffe mit Eisen- oder Stahlrumpf, gebaut, um Ozeanpassagen zu überstehen und schwere Ladung über große Distanzen zu tragen. Häufig handelte es sich um vier- und fünfmastige Barken und Vollschiffe, die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut wurden – mit Segelflächen, die an Bord sowohl Erfahrung als auch Disziplin erforderten.


Dass Segelschiffe weiterhin konkurrenzfähig sein konnten, lag daran, dass sie auf langen Routen stabile Windgürtel nutzen konnten. Wenn der Wind günstig stand, hielten sie über viele Tage hinweg ein hohes Tempo, und für Reedereien mit langfristigem Blick konnte das noch rentabel sein – besonders auf Linien, auf denen der Zeitvorteil der Dampfschifffahrt nicht immer die Kosten ausglich.






Die Vetetrade – Australien nach Europa über Kap Hoorn

Eine der bekanntesten Routen für Windjammer war die Vetetrade von Südaustralien nach Europa, oft mit Großbritannien als zentralem Ziel. Die Schiffe luden Weizen in Häfen rund um den Spencer Gulf, zum Beispiel Port Victoria, und segelten dann den langen Weg nach Westen durch den Südlichen Ozean.


Die Route führte weiter um Kap Hoorn und dann durch den Atlantik hinauf in britische Gewässer. Die Reise war ebenso anspruchsvoll wie legendär: Wetter, Wind und See konnten brutal sein – besonders in den berüchtigten „Roaring Forties“, wo starke Westwinde und schwerer Seegang eher die Regel als die Ausnahme waren. Für erfahrene Besatzungen galt eine Passage von Australien nach England als besonders gut, wenn sie in unter 100 Tagen geschafft wurde.






Das Leben an Bord – harte Arbeit und große Distanzen

Die Vetetrade zu segeln war nicht nur Transport, sondern auch eine Prüfung der Ausdauer. Die Besatzungen arbeiteten in Wachen, oft unter harten Bedingungen, und alles an Bord wurde von Wetter und Wind bestimmt. Segel zu setzen, bei Starkwind zu reffen, in grober See Kurs zu halten und gleichzeitig Takelage und Material zu pflegen, verlangte Mut und Können.


Gleichzeitig gab es einen besonderen Stolz, die Reise gut zu meistern. Jede schnelle Überfahrt war ein Beweis für gute Seemannschaft, ein gepflegtes Schiff und eine eingespielte Crew.






The Great Grain Race – als Fracht zur Prestigeangelegenheit wurde

Mit der Zeit entstand zwischen den Schiffen ein informeller Wettstreit – das, was als „The Great Grain Race“ bekannt wurde. Es war keine offizielle Regatta, und doch war es in der Praxis ein Wettbewerb. Prestige, Schlagzeilen und manchmal sogar Wetten sorgten dafür, dass Ankünfte genau verfolgt wurden, und schnelle Zeiten wurden in Häfen und Seefahrtskreisen diskutiert.


Als Rekord wird oft die viermastige Bark Parma genannt, die 1933 die Strecke in 83 Tagen segelte – eine Zahl, die bis heute als Symbol dafür gilt, wie hart und zielstrebig diese Reisen gesegelt wurden.






Ålands Verbindung – Gustaf Erikson und die Windjammer-Ära

Åland hat eine besonders starke Verbindung zu dieser Epoche. Der åländische Reeder Gustaf Erikson baute eine der bekanntesten Segelschiffsflotten der Welt auf und segelte die Vetetrade weiter, als Dampf- und Motorschiffe bereits große Teile der Schifffahrt übernommen hatten. Dadurch wurde Åland zu einem zentralen Punkt in der Geschichte der letzten großen Frachtensegler.


Zu den Schiffen, die unter Eriksons Flagge segelten, gehörten unter anderem Pommern, Pamir und Passat – Namen, die bei Segelschiff-Enthusiasten bis heute Respekt auslösen.






Pommern – ein schwimmendes Stück Geschichte

Pommern ist besonders berühmt. Sie gewann die Grain Race zweimal – 1930 und 1937 – und ist heute eines der lebendigsten Erinnerungsstücke an diese Epoche. Dass die Pommern noch in so klarer Form erhalten ist, macht sie einzigartig: Sie ist nicht nur ein Schiff auf Bildern, sondern ein Ort, den du besuchen, an Bord gehen und mit eigenen Sinnen erleben kannst.


Heute liegt sie als Museumsschiff in Mariehamn und erinnert an die Zeit, als große Segel Ladung über die Weltmeere trugen und Weizensäcke Laderaum um Laderaum füllten.






Komm an Bord in unserer Videosammlung

Nur wenige Menschen haben heute die Möglichkeit, auf einem wirklich großen Segelschiff zu arbeiten oder zu reisen.


Deshalb haben wir eine Collage aus Videos zusammengestellt, die wir im Netz entdeckt oder empfohlen bekommen haben – Clips, die von den Reisen einiger der alten Schiffe handeln oder uns mit an Bord nehmen, und von der Atmosphäre, die die Windjammer-Ära so faszinierend machte.


Wenn du ein Video oder einen Link hast, der hier gut passt, freuen wir uns sehr darüber – schreib uns an info@alandsbutiken.com!


Fakten: Windjammer & die Weizenroute

  • Windjammer: Große kommerzielle Segelschiffe mit mehreren Masten, oft mit Eisen- oder Stahlrumpf, typisch für den Übergang von Segel zu Dampf.

  • Weizenroute: Getreidefracht von Südaustralien nach Europa – eine der letzten Routen, auf denen große Segelschiffe konkurrenzfähig waren.

  • Great Grain Race: Informeller „Wettbewerb“, bei dem man die Segelzeiten von Australien nach Europa verglich; die schnellste Passage brachte Ruhm und Schlagzeilen.

  • Rekord: Die viermastige Bark Parma segelte Port Victoria–Falmouth in 83 Tagen (1933) – oft als schnellste Passage genannt.

  • Åländischer Bezug: Der Reeder Gustaf Erikson wurde bekannt für seine Windjammer-Flotte im Getreidehandel Australien–Europa.

  • Pommern: Das Museumsschiff Pommern gewann die Great Grain Race 1930 und 1937.



Links

Lies mehr über das Museumsschiff Pommern:
https://www.alandsbutiken.com/aland/museifartyget-pommern/


Über Gustaf Erikson und die Segelschiffe:
https://www.alandsbutiken.com/gustaf-erikson-och-segelfartygen/


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